Sven (史文哲)

subjektiv, direkt und selten seriös.

# 5 – eine lobeshymne auf taipeh

keine sorge: ich werde nicht jeden tag völlig belanglose dinge in einen blogpost packen, aber da es meine ersten tage hier in taiwan sind und ich noch keine uni habe, habe ich genug zeit um euch einen detallierten einblick in mein leben in taiwan zu geben. by the way, ich freue mich über jeden kommentar und jede mail, die ihr mir schreibt ;-))

so, es gibt viel zu erzählen:

am donnerstag stand sight-seeing auf dem programm. mit stacy (nadyas buddy) ging es nach einem guten chinesischen mittagessen richtung chiang kai-shek memorial. wer sich etwas mit der geschichte von taiwan oder besser gesagt mit dem unterschied zwischen der „republic of china“ und der „people’s republic of china“ auskennt wird wissen, dass chiang kai-shek mitgründer der republik china und eine extrem wichtige person in der geschichte taiwans ist. die gedenkhalle ist beeindruckend groß und als wir dort waren, konnten wir sowohl die navy als auch die army bei ihren übungen für die große parade am nationalfeiertag beobachten.

danach fuhren wir mit der mrt (mass rapid transit) zum „mon-jia long shan tempel“. damit mein heutiger blogeintrag nicht zu langweilig und geschichtsträchtig wird, lasse ich die religiösen einzelheiten weg. es ist sehr kompliziert durch die ganzen gottheiten, die buddhistische lehre und die untergruppierungen durchzusteigen. ich bin damit momentan noch überfordert, aber ich habe ja noch 5 monate um mir auch auf diesem gebiet etwas wissen anzueignen…

im tempel war es einfach faszinierend den leuten beim beten, opfern und lobpraisen zuzusehen. man muss es einfach einmal gesehen habe, denn es ist schwer zu beschreiben. wir haben sogar einige frauen gesehen haben, die bei dem beten geweint haben.

nach dem tempelbesuch machten wir uns auf in richtung des alten hafens. dort war ein traditioneller markt auf dem man sehr sehr spezielle sachen kaufen konnte. während sich die mädels bei einer massage verwöhnen ließen, erkundeten wir jungs den ganzen markt. neben den üblichen kitsch-krimms-kramms-läden und jeder menge „porn-stuff“ (das wird da recht freizügig verkauft und ich bezweifele, dass die je etwas von jugendschutz gehört haben ;D) gab es auch eine vielzahl an köstlichkeiten: neben den üblichen schlangen, langusten und anderen meeresfrüchten gab es auch schildkröte, die man zuerst in lebendigem zustand, dann in toten zustand und zudem noch den abgetrennten kopf (-> potenzmittel) betrachten konnte. da hat man wenigstens noch bezug zu seinem essen ;-P

nachdem die girls ihre massage genossen hatten, kauften wir uns fahrräder. für umgerechnet knapp 30 euro bekamen wir ein neues fahrrad und ein fahrradschloss UND das beste daran war: wir durften die räder selber mit lack besprühen und ihnen so – künstlerisch höchst wertvoll – einen eigenen style verpassen. seht selbst!

an der länge des textes sieht man: ein laaaaanger tag, aber er hatte noch kein ende. auf dem heimweg trafen wir die französinen, die wir schon aus der einführung kannten und die überredeten uns noch in eine bar mitzukommen. da hier aufgrund des taifuns in den nächsten tagen alles geschlossen sein wird, entschieden wir uns mitzugehen und wen trafen wir in der bar? die briten, die wir schon am zweiten tag in der bar getroffen hatten…und wir haben sie wieder im tischfußball übelst fertiggemacht (12:0).

schlußendlich waren wir dann um fünf im bett um am nächsten tag um 13 uhr eine kleine präsentation über unsere uni vor 200 taiwanesischen studenten zu halten. es war etwas stressig, aber jetzt haben wir durch den typhoon 2-3 tage zeit um unsere dinge im wohnheim und an der uni zu regeln. falls es uns doch langweilig werden sollte: wir haben gerade eben noch ein poker set und einen tv adapter (notebook -> tv) gekauft um dann einige filme auf den flachbildschrimen im aufenthaltsbereich zu schauen.

jetzt werden sich einige fragen „warum heißt dieser eintrag „eine lobeshymne auf taipeh“ ?“, obwohl ich nur vom taifun und stress erzähle. ganz einfach: taipeh ist klasse! warum? die stadt ist sehr asiatisch. nicht so westlich wie hongkong oder shanghai, die immer mehr ihren asiatischen reiz verlieren. in taipeh trifft man kaum europäer oder amerikaner auf der straße, die menschen verstehen fast kein englisch (selbst die taxifahrer können meist kein wort englisch) und die stadt ist – obwohl es eine großstadt ist – extrem grün (viele palmen etc.). für viele dürfte das hier der absolute kulturschock und albtraum sein, aber ich bereue keine sekunde mein auslandssemester in taipeh zu machen. zudem wird man an der uni super (!) behandelt: dies ist das erste große austauschprogramm der ntu mit europa und dementsprechend kümmern sich hier alle um einen. die taiwanesen sind sehr fixiert auf bildung und die ntu nimmt in manchen bereichen nur 1% der bewerber (das sagt schon alles) und man bemerkt den wettbewerb hier.

so, das sollte für heute reichen. viel spaß mit den bildern und grüße in die heimat!

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September 12, 2008 Posted by | privat | 7 Kommentare